Hohe US-Lagerbestände belasten Ölpreise – Heizöl wieder teurer

November 3, 2023

In der Nacht zu Dienstag sind die Preise an den Ölbörsen etwas gesunken, da die USA ein stärkeres Vorgehen gegen den Iran mit möglichst zügigem Abschluss des Kriegs andeutete. Klare Pläne und Informationen blieben dennoch aus. Wenig hilfreich war auch die Andeutung aus den USA, dass der US-Präsident zwar ein baldiges Kriegsende plant, sich aktuellen Aussagen zufolge jedoch nur bedingt für eine US-gestützte Freigabe der Straße von Hormus interessiert.

USA könnten Iran-Krieg ohne direkte Freigabe der Straße von Hormus beenden
Angaben des Wall Street Journal zufolge besprach US-Präsident Donald Trump mit seinen Beratern, dass er den Konflikt im Iran auch ohne eine volle Freigabe der Öl-Transportroute „Straße von Hormus“ in Betracht ziehe. So würde die Öffnung der wichtigen Handelsroute mehr Zeit in Anspruch nehmen als ursprünglich durch die USA für den Nahostkonflikt geplant wurde, und stehe damit nicht im Fokus der US-Agenda im Krieg.

Die Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen dem Iran und den Vereinigten Arabischen Emiraten und Oman, und stellt das Verbindungsstück zwischen dem Persischen Golf und den Golf von Oman dar. Hierdurch liefen vor Kriegsbeginn Anfang März durchschnittlich rund 20% des weltweiten Ölbedarfs, mittlerweile wird die Meerenge durch den Iran streng kontrolliert und unbefugt durchquerende Schiffe, auch Warenverkehr und Öltanker, werden bedroht oder beschossen. Damit ist eine Durchquerung der Route aktuell kaum möglich.

Ursprünglich wollte sich die USA für die Öffnung der Handelsroute einsetzen. Nun scheinen die eigenen Zeitpläne jedoch wichtiger zu sein und die Öffnung und Sicherung der Handelsstraße soll stattdessen auf die Länder des Nahen Osten, abseits des Iran, sowie auf Europa abgewälzt werden. Einige Nahost-Länder haben hierzu bereits erste Diskussionen geplant, ob und wann genau eine vollumfassende Aufnahme der Warentransporte durch die Meerenge wieder möglich ist bleibt jedoch noch abzuwarten und wird frühestens nach Ende des Irankriegs möglich sein.

Heizöl günstiger erwartet
Mit den moderat gesunkenen Ölpreisen seit Montagabend werden auch bei Heizöl günstigere Preise erwartet. Davon können Abnehmerinnen und Abnehmer in der Bundesrepublik aktuell profitieren, da der durchschnittliche Heizölpreis aktuell -4,35 bis -5,85 Euro günstiger erwartet wird als Montagmittag. Diese Preisrückgänge können sich aufgrund der aktuell unsicheren Entwicklungen an den Börsen jedoch jederzeit ändern und sind daher ohne Gewähr.