Heizölpreise setzen Seitwärtsbewegung fort

November 3, 2023

Im gestrigen Tagesverlauf wie auch am heutigen Mittwochmorgen bleiben die Energiemärkte angespannt. Krisenherde auf der ganzen Welt bringen Versorgungsengpässe bei Öl und dessen Produkten, was Börsenkurse und Handelspreise gleichermaßen weiter nach oben treibt. Mittlerweile gehen die Probleme jedoch über Kriege und Konflikte hinaus, da neben den Auseinandersetzungen im Nahen Osten und Russland nun auch ein Hurrikan durch Teile der US-Ölindustrie im Golf von Mexiko zieht.

Seeblockaden im Nahen Osten sorgen für Angebotsdruck
Der Seeweg „Straße von Hormus“ südlich des Iran ist und bleibt weiterhin im Zentrum der Spannungen. Fast täglich gibt es kriegerische Auseinandersetzungen rund um die Meerenge und immer wieder werden Handelsschiffe und Öltransporter, die versuchen die Route zu durchqueren, von Projektilen getroffen oder anderweitig von Explosionen erfasst. In den meisten Fällen gibt sich der Iran unschuldig und weißt darauf hin, dass die Schiffe oftmals ungefragt die Kreuzung der Meerenge wagten, oder auf einer nicht freigegebenen Position gefahren seien.

Mittlerweile breiten sich die Spannungen jedoch noch weiter aus. knapp zweitausend Kilometer weiter süd-westlich liegt das Rote Meer und in dessen Süden die Meerenge Bab el-Mandeb. Diese soll aktuell von der jemenitischen Huthi-Miliz bewacht werden und für den Schiffsverkehr aus Saudi Arabien gesperrt sein, nachdem das Land in den letzten Monaten große Teile seiner Ölexporte dorthin verlagert hat. Umleitungen über den Suezkanal wären auf dieser Strecke zwar möglich, machen die Öltransporte jedoch viel aufwendiger und teurer und sind daher eher unbeliebt.

Russland-Konflikt sorgt für Exportausfälle aus Kasachstan
In den letzten Tagen wurden mehrfach Schiffe am Schwarzmeerhafen von Noworossijsk im Südwesten Russlands, nahe der Krim, angegriffen. Dort steht auch das CPC-Terminal, die wichtigste Exportpipeline und Verladestelle Kasachstans für Ölexporte auf den Weltmarkt. Da dort immer wieder Schiffe angegriffen und damit auch das Verladeterminal in große Gefahr gebracht wurde, meldete Kasachstan bereits am Montag kurzzeitige, und am Dienstag mögliche längere Ölexportstopps, was die Versorgung am Weltmarkt noch weiter einschränkt.

Tropensturm Bertha kurz davor durch US-Ölanlagen zu ziehen
Das US-Hurricane Center gab in den letzten Tagen Warnungen vor dem US-Tropensturm Bertha, welcher sich aktuell von der Südwestküste Floridas in Richtung Texas bewegt. Mehr als 1000 Ölplattformen liegen auf dieser Route im nördlichen Bereich des Golf von Mexiko. Sollte Bertha seine Bewegungsrichtung beibehalten, könnte der Tropensturm durch hunderte davon ziehen. Ölproduzenten haben deshalb bereits mit Sicherungsmaßnahmen begonnen, um die Ölanlagen zu stabilisieren und mögliche Schäden auf ein Minimum zu reduzieren.

Heizölpreise steigen weiter an
Die geopolitischen Spannungen, gemeinsam mit den Sturmwarnungen im Süden der USA, sorgen am Ölmarkt für Unsicherheiten in der Energieversorgung. Das zieht sich bis in den deutschen Heizölmarkt, weshalb in der Bundesrepublik aktuell mit Preisanstiegen über +2,75 bis +3,35 Euro pro 100 Liter  gegenüber Dienstagvormittag gerechnet werden muss. Da die Preisentwicklungen aktuell jedoch sehr empfindlich sind und teils erhebliche Anstiege und Rückgänge erleben, sind die genannten Zahlen nur Richtwerte und können sich jederzeit ändern.