Heizölpreise setzen Seitwärtsbewegung fort

November 3, 2023

Die Luftangriffe der USA und des Irans im Nahen Osten hielten auch in der zweiten Wochenhälfte an, wobei der Konflikt immer weitere Kreise zu ziehen scheint. So wurde gestern aus Ägypten ein Drohnenangriff auf ein schwimmendes US-Flüssiggastanklager gemeldet, wobei bislang noch unklar ist, wer für den Angriff verantwortlich war. Derweil soll der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus wieder leicht zugenommen haben, was die Ölpreise an den Rohstoffbörsen in Europa und den USA zumindest zeitweise sinken ließ.

 

Schiffsverkehr durch Straße von Hormus nimmt zu
Daten des Analyseunternehmens Kpler zufolge passierten am Mittwoch insgesamt 14 Tanker die Straße von Hormus in beide Richtungen. In der vergangenen Woche hatte die Zahl noch im einstelligen Bereich gelegen. Der US-Regierung zufolge dürfte der Anstieg des Schiffsverkehrs auf das hohe Engagement der USA zurückzuführen sein,  denn laut US-Energieministers Chris Wright eskortierte die US-Marine zuletzt wieder mehrere Tanker durch die Meerenge.

 

„Wir setzen das US-Militär ein, um Öl- und Gastanker sicher durch die Straße von Hormus zu geleiten“, so Wright in einem Interview. In der vergangenen Woche seien auf diesem Weg rund 6,5 Mio. B/T Öl aus dem Persischen Golf transportiert worden.

 

Saudi-Arabien strebt Koalition zur Sicherung der Schifffahrt im Roten Meer an
Die Schifffahrt in der Straße von Bab el-Mandeb – der Meerenge, die das Rote Meer vom Golf von Aden trennt – soll nach Ansicht der saudischen Regierung künftig von einer internationalen Koalition gesichert werden. Saudi-Arabien hat derzeit an seiner Westküste mit einer Seeblockade der Huthi-Miliz zu kämpfen, die aus dem Jemen heraus die Handelsschiffe des Königreichs im Roten Meer und in der Straße von Bab el-Mandeb angreift.

 

Medien berichteten nun unter Berufung auf informierte Quellen, Riad strebe eine Koalition von etwa 50 Ländern an, die nicht nur Angriffe der Huthi, sondern auch Piraterie und Schmuggel in der Region verhindern soll. Dabei hofft die saudische Regierung offenbar auch auf die USA als Koalitionspartner.  Für Saudi-Arabien war die Route über das Rote Meer nach der Blockade der Straße von Hormus eine wichtige Alternative, um zumindest einen Teil des eigenen Öls doch noch auf den Weltmarkt zu bringen. Auch für den internationalen Handel ist die Route enorm wichtig.

 

EUR/USD steigt nach Fed-Zinssitzung auf Sechs-Wochen-Hoch
Unterdessen legte der Euro gegenüber dem US-Dollar am gestrigen Donnerstag weiter zu, nachdem er angesichts der Ergebnisse der Fed-Zinssitzung bereits am Mittwochabend deutlich aufgewertet hatte.

 

Neuen Rückenwind erhielt die Gemeinschaftswährung durch die vorläufigen Daten zum Wachstum des Bruttoinlandsprodukts der Bundesrepublik und der gesamten Eurozone, die die Erwartungen für das zweite Quartal übertrafen. Am Nachmittag ließ der Euro schließlich auch die 1,15 Dollar-Marke hinter sich und kletterte auf den höchsten Stand seit sechs Wochen.

 

Inlandspreise günstiger erwartet
Auf die Inlandspreise wirkt sich ein Anstieg des EUR/USD-Kurses – besonders in dem Maße, das am Mittwochabend und Donnerstag zu beobachten war – für gewöhnlich preissenkend aus. Zusammen mit dem gestrigen Rückgang der Preise an den Ölbörsen wirkt dies dem preistreibenden Effekt entgegen, den die immer noch sehr niedrigen Rheinpegel haben. So können die Verbraucherinnen und Verbraucher im Bundesgebiet heute mit Abschlägen von -2,20 bis -3,20 Euro/100l rechnen.