Heizöl bleibt günstig – Börsen erholen sich etwas

November 3, 2023

Für den globalen Ölmarkt bleiben die Entwicklungen am Persischen Golf das Thema Nr. Eins. Hier waren die Kampfhandlungen in den letzten Tagen weiter eskaliert, so dass die Ölpreise erneut deutlich anstiegen. Doch seit gestern gibt es auch wieder Hoffnung auf Diplomatie.

 

Hoffnung auf diplomatische Annäherung zwischen Iran und USA
So gab es gestern von mehreren Seiten Hinweise darauf, dass die Vermittlerstaaten Pakistan und Katar den beiden Regierungen in Teheran und Washington den Entwurf für eine 10-tägige Waffenruhe übermittelt haben. Darin soll auch die Wiederherstellung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus enthalten sein, die zuletzt wegen der Angriffe wieder fast zum Erliegen gekommen war.

 

Schon gestern Mittag hatte der außenpolitische Sprecher des Iran, Esmail Baghaei, bestätigt, dass ein solcher Vorschlag  in Teheran vorliege, ohne jedoch genauer zu werden. Aus Washington hieß es offenbar, man prüfe den Entwurf, sei aber vorbereitet auf ein Scheitern einer Annäherung an den Iran. Die gegenseitigen Angriffe im Nahen Osten haben beide Länder fortgesetzt.

 

Huthi drohen mit Seeblockade im Roten Meer
Zudem ist eine neue Bedrohung hinzu gekommen, denn die Huthi-Miliz im Jemen, die vom Iran unterstützt wird, hat angekündigt, die saudischen Ölexporte durch das Rote Meer blockieren zu wollen. Riad hatte sein Öl in den letzten Monaten über diese Alternativroute auf den Markt bringen können, doch dies wollen die Huthi nun verhindern, indem sie die Meerenge Bab el-Mandeb am Eingang ins Rote Meer blockieren.

 

Dies wäre nicht nur für Saudi-Arabien ein riesiges Problem, sondern für die ganze Welt, denn mit einer solchen Blockade würde effektiv der gesamte Schiffsverkehr im Roten Meer und damit auch im Suez-Kanal zum Erliegen gebracht. Wie effektiv eine solche Störung sein kann, hatten die Huthi schon während des Gaza-Krieges demonstriert. Die Angriffe auf Tanker in der Region hatten damals die internationalen Lieferketten massiv durcheinander gebracht und Schäden in Milliardenhöhe verursacht.

 

Inlandspreise
Die Lage im Nahen Osten bleibt damit höchst unsicher. Während zwar die Hoffnung auf eine diplomatische Annäherung einen weiteren Preisanstieg zunächst verhindert, stützt die Gefahr einer zusätzlichen Blockade wichtiger Schifffahrtsrouten die Preise an den Ölbörsen. Auch im Inland muss heute in den meisten Regionen zumindest mit kleineren Aufschlägen im Vergleich zu gestern gerechnet werden. Im Durchschnitt kosten 100 Liter Heizöl heute etwa +0,35 bis +0,95 Euro mehr als gestern früh.