Günstigere Preise: Saudis kämpfen um Marktanteile – Heizöl sinkt dritten Tag in Folge

November 3, 2023

Die Hoffnung auf eine Entspannung am Persischen Golf schwindet. Nicht nur haben die Angriffe in der gesamten Region zugenommen, auch die US-Seeblockade gegen den Iran soll nun wieder eingerichtet werden. Der Iran hatte schon gestern erklärt, die Straße von Hormus sei geschlossen.

 

Absichtserklärung quasi passé
Damit sind so ziemlich alle Übereinkünfte wieder passé, auf die sich Washington und Teheran in der Absichtserklärung von Juni geeinigt hatten. Ob es weitere Verhandlungen geben wird, ist unklar. Eigentlich hatten sich beide Länder bereit erklärt, eine 60-tägige Waffenruhe einzuhalten, während der dann ein endgültiges Friedensabkommen ausgehandelt werden sollte.

 

Die Chancen darauf stehen allerdings schlecht, denn vor allem die Unstimmigkeiten über die Straße von Hormus hatten zuletzt deutlich zugenommen. So besteht der Iran darauf, Transitgebühren für die Passage durch die global bedeutende Meerenge zu erheben. Dies wurde bis gestern von Washington unter Berufung auf die Freiheit internationaler Gewässer scharf verurteilt.

 

Donald Trump reaktiviert Seeblockade und phantasiert von „Servicegebühr“ 
Allerdings scheint Donald Trump inzwischen eine neue Strategie zu verfolgen. Nicht nur hat er gestern angekündigt, die Seeblockade gegen den Iran wieder einzuführen, die vor dem vorläufigen Abkommen gegolten hatte. Auch sollen nun statt dem Iran die USA die Kontrolle über die Straße von Hormus übernehmen und als „Hüter“ der Meerenge fungieren.

 

Doch damit nicht genug: In einem Social Media Post brachte der US-Präsident zudem eine „Servicegebühr“ ins Spiel, die dann an die USA gezahlt werden müsse, und zwar in Höhe von 20% des jeweiligen Warenwertes. Was Donald Trump in seinem Post als „fair“ bezeichnet, könnte für einen vollbeladenen Supertanker Gebühren von bis zu 30 Mio. Dollar bedeuten. Genauere Details zu Trumps Plänen gibt es wie üblich nicht, das Weiße Haus hüllt sich bisher in Schweigen.

 

Inlandspreise machen Satz nach oben
An den Ölbörsen haben Trumps Kommentare aber durchaus Spuren hinterlassen, denn dass Öl tendenziell wieder teurer würde, sollte es erneut zu einer dauerhaften Blockade oder zu einer Schutzgebühr in Höhe von 20% kommen, kann sich jeder ausrechnen. Entsprechend steigen auch die Inlandspreise heute wieder, so dass mit starken Aufschlägen von +9,30 bis +10,30 pro 100 Liter im Vergleich zu Montag gerechnet werden muss.