Öffnet in einem neuen Tab

EU-Automarkt verliert auch im September an Schwung – Heizölpreise legen weiter zu

November 3, 2023

Der Markt fragt sich zu Beginn der neuen Handelswoche weiterhin, ob der Konflikt zwischen den USA und dem Iran bald erneut eskalieren wird, oder ob sich die beiden Parteien doch noch auf diplomatischem Wege auf ein Abkommen einigen können. Vor den Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten am 3. November ist eine Militäroperation der USA allerdings eher unwahrscheinlich. So präsentieren sich auch die Heizölpreise zum Wochenstart im Vergleich zum Ende der vergangenen Woche etwas günstiger.

Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Auf kurze Sicht wirkt die vorerst ausbleibende Eskalation zwischen den USA und dem Iran preissenkend aus. So kostet Heizöl in der Bundesrepublik aktuell durchschnittlich -0,87 € weniger als vergangenen Freitag. Gegenüber vergangenem Montag ist das Mitteldestillat allerdings angesichts der weiterhin bestehenden geopolitischen Unwägbarkeiten immer noch +3,25 Euro pro 100 Liter teurer. Auf Monatssicht ist der Heizölpreis sogar um +4,06 Euro gestiegen.

Langfristige Preisentwicklung
Die langfristige Preisentwicklung zeigt unterdessen keine wirkliche Veränderung. Verglichen mit dem Preis von Ende Juli kosten 100 Liter Heizöl aktuell +33,71 Euro mehr. Beim Blick auf die Preisniveaus der entsprechenden Vorjahreszeitpunkte, zahlen Heizöl-Abnehmer aktuell +78,80 Euro mehr als vor einem Jahr, entsprechend einem Preiszuwachs von rund +84,3 %. Gegenüber Oktober 2024 kosten 100 Liter Heizöl aktuell +82,05 Euro mehr (+91,0 %).

  

Was spricht aktuell für steigende Preise?
– Iran verstärkt Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus
In den letzten Wochen hat der Iran seine Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus scharf angezogen. Dabei werden alle paar Tage Tanker oder andere Frachtschiffe in der Meerenge und Handelsstraße südlich des Iran beschädigt. Dies erschwert Ölexporte durch die Route im Zentrum des Nahen Ostens deutlich.

– Ukrainische Angriffe auf russische Ölanlagen nehmen wieder zu
Vor etwa 8 Tagen kündigte der US-Präsident eine vorübergehende Waffenruhe für Angriffe der Ukraine und Russland auf jeweilige Energieziele an. Nachdem Russland sich über mehrere Tage nicht daran gehalten hat, bestätigte die Ukraine, dass auch sie ihre Angriffe wieder hochfahren, und unterstrich dies mit neuen Schlägen gegen Raffinerien seit vergangenem Donnerstag.

Was spricht für aktuell sinkende Preise?
– Trump: Keine Eskalation im Iran vor US-Zwischenwahlen
US-Präsident Trump bekräftigte am Wochenende erneut, die USA würden vor den Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten keine Militäroperation im Iran durchführen. Die Zwischenwahlen („Midterms“) finden am 3. November 2026 statt. Wie die Strategie der Trump-Administration in Sachen Iran danach aussieht, bleibt allerdings weiterhin ungewiss. 

– Russland lockert Diesel-Exportverbote
In den vergangenen Monaten fuhr Russland ein Exportverbot für Diesel infolge der anhaltenden Angriffe der Ukraine auf russische Raffinerien hoch. Seit einem Lieferabkommen mit den USA von vor zwei Wochen lockerte Russland die Exportstopps und bringt wieder Dieselkraftstoff auf den Weltmarkt.

– IEA-Staaten wollen 100 Mio. Barrel Erdöl und Produkte aus Reserven freigeben
Bei einer Besprechung der Internationalen Energieagentur gaben mehrere Mitgliedsstaaten bekannt, dass sie gemeinsam 100 Mio. Barrel Rohöl und Ölprodukte aus ihren jeweiligen, staatlichen Reserven preiswert auf den Markt bringen wollen, um die Energiepreisanstiege abzufangen. Wann die „zeitnahen“ Freigaben genau erfolgen sollen, ist noch unklar.

Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 19.10.2026