Erdgaspreise rutschen weiter ab – DIW fordert Ausbaustopp für LNG – Heizölpreise ziehen weiter an

November 3, 2023

Die Auseinandersetzungen im Nahen Osten laufen seit mittlerweile 6 1/2 Monaten, ein Ende ist noch nicht in Sicht. Tatsächlich verschlimmerte sich die Lage im Nahen Osten in den letzten Tagen deutlich, nach eskalierenden Schiffsangriffen zwischen den USA und Iran sowie durch verstärkte Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz gegen Saudi Arabien. Neue Angriffe auf saudische Ölanlagen verschärfen die Einschränkungen in den Öllieferungen aus Nahost seit Ende der vergangenen Woche erheblich. Die Ölbörsen reagierten darauf mit deutlichen Preisaufschlägen bei Öl und dessen Produkten, darunter Heizöl, welches auf dem derzeit teuersten Stand seit März 2022 gehandelt wird.

Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Die kürzlichen Eskalationen im Kampf zwischen den USA und dem Iran rund um den Verkehr in der Straße von Hormus, sowie der hochkochende Konflikt rund um die jemenitische Huthi-Miliz, sorgten für Druck am Ölmarkt und anhaltende Versorgungs-Sorgen für den Markt. Die Heizölpreise in der Bundesrepublik stiegen in direkter Folge im Vergleich zu vergangenem Freitag um +2,57 Euro pro 100 Liter und erreichten damit ein 4 1/2 – Jahres-Hoch. Im Vergleich zu vergangenem Montag kostet Heizöl heute Vormittag durchschnittlich +12,61 Euro mehr, und gegenüber Mitte August knapp +28,85 Euro mehr.

Langfristige Preisentwicklung
Die langfristigen Preisverläufe zeigen weiterhin eindrucksvoll, wie stark der Nahost-Konflikt die Preise an den Ölmärkten in die Höhe katapultiert hat. So kosten 100 Liter Heizöl aktuell +54,75 Euro mehr als vor drei Monaten, als die schlimmsten Spannungen des Konflikts sich für eine Weile beruhigt hatten. Blicken wir weiter zurück auf die Vorjahreswerte, als die Situation rund um Nahost und insbesondere den Iran deutlich ruhiger war, zahlen Käufer von Heizöl aktuell +76,95 Euro mehr als vor einem Jahr, und +79,38 Euro mehr als im September 2024. Der Preisanstieg bei letzterem entspricht einer Verteuerung von +90,4 Prozent innerhalb der letzten zwei Jahre.

 

Was spricht aktuell für steigende Preise?
– Vorläufige Außerbetriebnahme saudischer Ost-West-Pipeline
Im Rahmen der Auseinandersetzungen im Nahen Osten wurde eine der wichtigsten saudischen Export-Pipelines getroffen und vorübergehend außer Betrieb genommen. Wie umfassend die Schäden sind, ist nicht bekannt, auch wann die Anlage wieder in Betrieb geht ist noch offen.

– Iran und USA offen für Eskalation des Krieges
Die Spannungen zwischen dem Iran und den USA haben in den letzten Wochen erheblich zugenommen, keines der Länder möchte klein beigeben und beide Seiten deuteten mehrfach an, für weitere Eskalationen bereit zu sein, sollte das jeweils andere Land seine Aggressionen und Angriffe auf Schiffe und Ölanlagen nicht unterlassen.

– China baut Ölimporte wieder aus
Während die Versorgungslage aufgrund der geopolitischen Spannungen deutlich angespannt bleibt, sucht auch China derzeit wieder deutlich mehr Ölimporte als in den letzten Monaten. Damit wird das bereits knappe Angebot auf noch mehr Kunden gestreckt, was die Preise am Weltmarkt weiter erhöht. 

Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 14.09.2026