Erdgaspreise rutschen weiter ab – DIW fordert Ausbaustopp für LNG – Heizölpreise ziehen weiter an

November 3, 2023

Auch nach dem langen Pfingstwochenende bleibt der Konflikt am Persischen Golf das Hauptthema am Ölmarkt. Offenbar haben die beiden Kriegsparteien USA und Iran in den vergangenen Tagen tatsächliche Erfolge erzielt, so dass die Preise an den internationalen Börsen gestern deutlich nachgaben. Doch die Skepsis bleibt – denn es ist nicht das erste Mal, dass eine Einigung angeblich kurz bevor stand und dann wieder geplatzt ist.

 

Annäherung bei Verhandlungen
US-Präsident Donald Trump gab über Social Media an, dass die Verhandlungen zu einer Verlängerung des Friedensabkommens sowie einer Öffnung der Straße von Hormus „gut vorankommen“ würden. Aus dem Iran heißt es, man habe Fortschritte bei der Absichtserklärung zur Beendigung des Krieges gemacht. Demnach könnte die bestehende Waffenruhe um 60 Tage verlängert werden. Während dieser Zeit soll auch die Straße von Hormus geöffnet werden.

 

USA setzten Angriffe fort
Noch gibt es allerdings keine Unterschrift und somit auch keine konkreten Ergebnisse. Stattdessen haben die USA in den letzten  Stunden neue Angriffe auf Ziele im Iran geflogen. Dabei habe man Schiffe im Süden des Landes ins Ziel genommen, die angeblich Seeminen ausbringen wollten, sowie Raketenabschussrampen. Eine echte Eskalation scheint zwar auszubleiben, doch die Anleger reagieren dennoch erschrocken und die Ölpreise steigen.

 

Skepsis bei Marktteilnehmern und -experten
Auch von Expertenseite zeigt man sich skeptisch, denn es ist nicht das erste Mal, dass beide Seiten behaupten, einer Einigung ganz nah zu sein, nur um dann weiter in der aktuellen Pattsituation zu verharren. Besonders pessimistisch zeigt sich Marktanalyst Fereidun Fesharaki von FGE NexantECA, der mit einem Preissprung im Juli rechnet.

 

Der Fesharaki bezeichnet die Schließung der Straße von Hormus als „Desaster“. Viele Trader, so der Experte, glaubten aktuell an einen Fortschritt. „Es gibt keinen Fortschritt. Wir sind einem Friedensabkommen nicht näher als noch vor einigen Wochen.“ Irgendwann im Juli werde ein Triggerpunkt erreicht, an dem die globalen Reserven aufgebraucht seien und „die Preise einen großen Sprung machen“, so Fesharakis Einschätzung.

 

Inlandspreise
Doch bis dahin bleibt heute ein gewisser Optimismus spürbar, so dass die Ölpreise etwas niedriger bleiben und auch bei den Inlandspreisen Abwärtspotenzial spürbar ist. Verbraucherinnen und Verbraucher können sich damit heute über Abschläge von -4,40 bis -5,10 Euro/100l freuen. Allerdings bleibt die Lage aufgrund der hohen Unsicherheiten volatil und die Preisschwankungen auch in der Bundesrepublik je nach Region hoch.