Dickes Plus bei US-Rohölbeständen – Iran hofft auf OPEC – Heizöl günstiger

November 3, 2023

Die börsengehandelten Rohölpreise waren gestern starken Schwankungen ausgesetzt, nachdem es Hinweise auf eine diplomatische Annäherung zwischen den USA und dem Iran gegeben hatte. Die Kurse an den Ölbörsen rauschten damit etwa 10 Dollar in die Tiefe, nur um dann wieder einen Teil der Verluste wett zu machen, nachdem sowohl Donald Trump, als auch Stimmen aus dem Iran die bevorstehende Einigung leicht relativierten.

 

Tauziehen zwischen Washington und Teheran
Damit bleibt die Ausgangslage am Persischen Golf allerdings weiterhin ungeklärt. Zwar gibt es ein Absichtspapier, das den Grundstein für ein Kriegsende legen soll, und gerade vom Iran geprüft wird, doch wo es gestern noch so klang, als sei eine Unterzeichnung von beiden Kriegsparteien nur eine Formalie, ist heute schon wieder klar, dass längst noch nicht alles in trockenen Tüchern ist. Während Donald Trump seine üblichen Bombendrohungen Richtung Teheran schickte, bezeichnete ein iranischer Regierungsvertreter den Inhalt der Absichtserklärung als „Wunschliste“ der Amerikaner.

 

Dennoch ist positiv zu bewerten, dass die diplomatischen Kanäle offenbar wieder etwas weiter geworden sind und zumindest die Möglichkeit neuer Verhandlungen im Raum steht. Noch Anfang der Woche hatte es eher nach neuer Eskalation ausgesehen, nachdem die USA ihr Programm zum Geleitschutz von Handelsschiffen durch die Straße von Hormus einsetzten – gegen die ausdrücklichen Warnungen des Iran.

 

Weiter Weg bis zum Friedensabkommen
Inzwischen hat Washington diese als „Project Freedom“ bezeichnete Eskortierung erst einmal wieder ausgesetzt und damit, so interpretiert man am Markt, ein gewisses Entgegenkommen demonstriert. Tatsächlich scheint die Waffenruhe zwischen den Kriegsparteien größtenteils zu halten, auch wenn sie Anfang der Woche mit mehreren Angriffen auf Tanker und auch wieder auf Ölinfrastruktur tiefere Risse bekommen hatte. Dennoch ist der Konflikt weit davon entfernt, gelöst zu sein und die Straße von Hormus somit weiterhin fast vollständig blockiert.

 

Inlandspreise heute zunächst mit Abschlägen
Die starken Kursverluste von Mittwochvormittag wurden entsprechend schon am Nachmittag zum Teil wieder ausgeglichen. Dennoch ergeben sich heute auch im Inland erst einmal Preisnachlässe im Vergleich zu gestern Morgen. So können Verbraucherinnen und Verbraucher im Bundesgebiet heute je nach Region mit Abschlägen von ca. -4,00 bis -5,00 Euro/100l rechnen. Aufgrund der hohen geopolitischen Unsicherheiten, die sich mehr und mehr auch auf die inländische Versorgungslage ausdehnen, dürften die Preise weiterhin stark anfällig für Schwankungen sein.