Chinas Konjunktur und möglicher Waffenstillstand im Libanon sorgen für Kursrutsch – Heizöl deutlich günstiger

November 3, 2023

Seit 11 Tagen herrscht nun schon Krieg am Persischen Golf. Genauso lange ist die Straße von Hormus, durch die sonst täglich ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs transportiert wird, gesperrt. Der Iran lässt kaum noch Schiffe passieren, die meisten riskieren die Durchfahrt erst gar nicht. Nun haben die USA nach eigenen Angaben mehrere iranische Minenlegeboote attackiert und ausgeschaltet. Zuvor hatte Donald Trump den Iran vor dem Legen von Wasserminen in der Meerenge gewarnt.

 

USA zerstören 16 iranische Minenlegerboote
Das US-Militär teilte noch gestern Abend mit, Streitkräfte hätten mehrere iranische Marineschiffe, darunter 16 sogenannte Minenleger, nahe der Straße von Hormus zerstört. Zudem veröffentlichte es Videomaterial, auf dem die Angriffe zu sehen sein sollen. Zuvor hatte es widersprüchliche Medienberichte von CNN und CBS gegeben, denen zufolge der Iran begonnen habe, Unterwasserminen in der Region zu legen.

 

Donald Trump drohte dem Iran über Social Media: „Sollten aus irgendeinem Grund Minen ausgelegt worden sein und diese nicht unverzüglich entfernt werden, wird dies für Iran militärische Konsequenzen in einem bisher nie dagewesenen Ausmaß haben“. Ihm lägen aber keine Berichte darüber vor, dass bereits Seeminen verlegt seien, so Trump. Er fügte an, dass die USA dieselben Methoden einsetzen würden wie gegen den Drogenhandel, um „alle Boote oder Schiffe, die versuchen, Minen in der Straße von Hormus zu legen, dauerhaft zu eliminieren“.

 

Verminung wäre Katastrophe für den Ölmarkt
Zur Stunde ist unklar, ob der Iran tatsächlich schon erste Unterwasserminen in der Region gelegt hat oder nicht. Sicher ist, dass eine solche Maßnahme für den globalen Ölhandel eine katastrophale Nachricht wäre, denn sie würde die Passierbarkeit der Straße von Hormus auf unbestimmte Zeit extrem gefährlich machen. Selbst im Falle einer Kapitulation des Iran wäre die Wiederaufnahme der Exporte durch die Wasserstraße damit erschwert und die Risikoprämie würde erhöht bleiben.

 

Inlandspreise
Trotz der immanenten Gefahr einer langwierigen Unterbrechung der Ölexporte gaben die Ölbörsen gestern noch einmal etwas nach, so dass auch bei den Inlandspreisen heute mit leichten Abschlägen gerechnet werden kann. Rein rechnerisch dürften 100 Liter Heizöl im bundesweiten Durchschnitt etwa -1,35 bis -2,35 Euro weniger kosten als gestern. Aufgrund der extremen Preisvolatilität kann es aber je nach Region auch zu starken Abweichungen von diesen Schätzungen kommen.