Bundesrechnungshof sieht Energieversorgung gefährdet – Aufschläge beim Heizöl

November 3, 2023

Während sich die Rohölpreise auf Börsenseite in den letzten Wochen deutlich erholt haben, konnten die Preise für Ölprodukte, darunter Heizöl, sich noch nicht vollständig erholen. Die Versorgungslücken am Markt sind noch nicht vollständig geschlossen, während allgemeine Unsicherheiten zum Fortgang der US-Iran-Beziehungen weiter bestehen.

Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Der Markt für Ölprodukte ist weltweit weiter angespannt, was die Preise relativ hoch hält. Für deutsche Heizölkäufer bedeutete dies in den letzten Tagen wieder steigende Preise im Einkauf. So zahlen Abnehmer in der Bundesrepublik derzeit durchschnittlich +2,29 Euro mehr als vergangenen Freitag und +4,20 Euro mehr als vor einer Woche. Verglichen mit vor einem Monat sind dennoch deutliche Rabatte beim Heizölkauf zu melden, aktuell über durchschnittlich -6,07 Euro gegenüber den Einkaufspreisen von Anfang Juni.

Langfristige Preisentwicklung
Die Preisabschläge werden besonders deutlich, wenn man auf die Heizölpreise zur Hochzeit des US-Iran-Israel Konflikts vor rund 3 Monaten blickt. Damit verglichen zahlen Heizölkäufer aktuell -45,80 Euro weniger. Im Vergleich zu den Vorjahren muss dennoch mit teils deutlichen Aufpreisen gerechnet werden. Diese liegen derzeit gegenüber Juli 2025 bei +26,13 Euro, und zu Juli 2024 bei +16,90 Euro.

Was spricht aktuell für steigende Preise?

– Iran-USA-Gespräche inmitten Unsicherheiten und Nervosität
Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran zur Straße von Hormus und der freien Schifffahrt von und zum Persischen Golf laufen weiter. Wie lange sie andauern, und wann es zu Ergebnissen kommt, mit denen beide Seiten zufrieden sind, ist derzeit schwer abzuschätzen.

– Ukrainische Angriffe schwächen russische Öl- und Ölproduktindustrie
Ukraine fährt weiterhin seine Angriffe gegen die russische Ölindustrie, was die Ölverarbeitung und Exporte Russlands besonders für den asiatischen Markt deutlich einschränkt. Dadurch wird die globale Verfügbarkeit von Ölprodukten weiter eingeschränkt, was sich auch in Deutschland auf den Heizölpreis auswirkt.


Was spricht aktuell für sinkenden Preise?

– Ölexporte aus dem Nahen Osten nehmen zu
Die Exporte aus dem Nahen Osten laufen weiter an und steigen Woche für Woche, auch wenn sie noch nicht vollständig auf dem Niveau vor dem USA-Iran-Konflikt angekommen sind. Der Schiffsstau rund um den persischen Golf löst sich ebenfalls auf und macht den Warenverkehr wieder freier.

– Analysten rechnen mit Ölüberangebot
Die Erholung der Rohölexporte, bei gleichzeitig sinkender Nachfrage nach dem Rohstoff durch China, könnte in den kommenden Monaten sogar zu einem Überangebot führen. Dieses würde die Preise von Öl und auch dessen Produkten weiterhin sinken lassen.

Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 06.07.2026