Aussicht auf Sanktionen stützt Ölpreise – IEA sieht Öl-Überangebot – Heizölpreise stabil

November 3, 2023

Die Preise an den Rohölbörsen in Europa und den USA haben gestern nachgegeben, nachdem die USA und der Iran seit dem Wochenende ihre Waffen weitestgehend schweigen lassen. Bei den Inlandspreisen machen sich jedoch trotzdem leichte Aufschläge bemerkbar, da die akute Angebotsknappheit bei den Produkten deutlicher zu spüren ist, als bei Rohöl.

 

Lage im Nahen Osten bleibt angespannt
Zudem bleibt die Lage im Nahen Osten weiterhin höchst angespannt, auch wenn US-Präsident Donald Trump behauptete, dass Washington und Teheran derzeit Gespräche zur Beendigung des Konflikts führen. Die Aussage ist jedoch mit Vorsicht zu genießen, da sie von iranischer Seite nicht bestätigt wurde – ganz im Gegenteil.

 

Trump hatte in der Vergangenheit bereits des Öfteren von angeblichen Verhandlungen gesprochen, die dann von Teheran dementiert wurden. Und auch diesmal hieß es vom Sprecher des iranischen Außenministeriums , dass es zwar weiterhin möglich sei, „dass Vermittler Botschaften von US-amerikanischer Seite über die aktuelle Entwicklung übermitteln“, derzeit aber keine formellen Verhandlungen stattfänden.

 

Huthi greifen Ziele in Saudi-Arabien an
Unterdessen sorgt die Huthi-Miliz mit ihrer Seeblockade Saudi-Arabiens und Angriffen auf die Ölanlagen des OPEC-Schwergewichts für Verunsicherung unter den Marktteilnehmern. Dabei nimmt die Miliz eigenen Angaben zufolge wohl nicht mehr nur die Anlagen an der Westküste Saudi-Arabiens – wie beispielsweise den Exporthafen Yanbu – ins Visier, sondern auch Ölinfrastruktur im Osten des Königreichs.

 

Besonders der jüngste Angriff auf die Ost-West-Pipeline, mit der Saudi-Arabien sein Rohöl von den Feldern im Osten seit der Probleme in der Straße von Hormus verstärkt an den Hafen von Yanbu transportiert, um es von dort zu exportieren, könnte die Ölpreise an den Börsen durchaus wieder steigen lassen. Bereits durch die bisherigen Angriffe auf den Hafen selbst sollen die Ölexporte von Yanbu bereits um 25 % gesunken sein.

 

Inlandspreise wieder höher – Trockenheit macht sich bemerkbar
Im Inland macht sich zu den geopolitischen Problemen und globalen Angebotssorgen zudem auch noch die trockene Wetterlage bemerkbar. Schon seit Wochen sind die Pegelstände in den deutschen Wasserstraßen so niedrig, dass Frachtverkehr nur noch unter erschwerten Bedingungen möglich ist.

 

Dadurch steigen die Frachtraten, da die Schiffe oft nur mit geringer Ladung fahren können. Zusätzlich kommt es dadurch auch immer wieder zu Problemen bei der Nachversorgung, weshalb die Verbraucherinnen und Verbraucher im Bundesgebiet auch heute mit Aufschlägen von +1,85 bis +2,85 Euro/100l rechnen müssen.