ADAC: Steigender Ölpreis lässt Spritpreise klettern – Rohölpreis nimmt wieder Fahrt auf – ADAC sieht weiterhin Potenzial für Preisnachlässe an den Tankstellen

November 3, 2023

Nachdem in der vergangenen Woche mehr und mehr positive Meldungen zu den Entwicklungen im Iran-Konflikt kamen, stieg auch der Optimismus an den Ölmärkten, dass die Lage sich bald wieder beruhigt. Kurz tat sie das auch am Freitag, als die Straße von Hormus geöffnet wurde. Genauso schnell verflog die gute Laune jedoch, als die Lage schon am Samstag eskalierte und die Seestraße wieder gesperrt wurde. Dennoch konnten die Ölbörsen seit letztem Montag moderate Preissenkungen verzeichnen.

Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Mit der plötzlichen, wenn auch kurzen Öffnung der Straße von Hormus am Wochenende kam es an den Ölbörsen zu einem deutlichen Preisrutsch, welcher mittlerweile wieder weitgehend verflogen ist, aber dennoch leichte Rabatte zur Vorwoche mit sich bringt. So zahlen Abnehmer für Heizöl aktuell noch -3,04 Euro weniger als vergangenen Freitag. Dass die komplette letzte Woche von Preisrückgängen markiert war, zeigt der Vergleich mit den Ölpreisen von vor eine Woche, zu welchem aktuell Abschläge von -16,35 Euro gemeldet werden. Und auch mit dem Vormonatswert verglichen sind die aktuellen Heizölpreise für Abnehmer -19,61 Euro günstiger als am 20. März.

Langfristige Preisentwicklung
Die langfristige Preisentwicklung macht weiterhin deutlich, wie viel Höher die aktuellen Preise im Vergleich zu den letzten Monaten und Jahren sind. So zahlen Abnehmer von Heizöl aktuell +39,68 Euro mehr als zur Vorsaison im Januar. Und auch mit den vorherigen beiden Jahreswerten verglichen sind die aktuellen Preise in der Bundesrepublik noch immer deutlich teurer. So zahlen Käufer von Heizöl aktuell +41,80 Euro mehr als noch vor einem Jahr, und +29,30 Euro mehr als im April 2024.

Was spricht aktuell für steigende Preise?
– Spannungen im Irankonflikt verschärfen sich
Im Irankonflikt setzt sich das Hin und Her zwischen Ruhen und Entgegenkommen, aber auch Eskalationen und scharfen Worten aller Seiten fort. Das hält die Anleger und Märkte unsicher und sorgt für höhere Ölpreise aufgrund größerer Sorgen und Risikoaufschläge zu Versorgungsengpässen.

– Sanktionsausnahmen für iranisches Öl abgelaufen
Bis vergangene Woche galten noch Sanktionsausnahmen für iranisches Öl, welches sich vor dem 20. März bereits auf den Weltmeeren befand. Diese Ausnahmen sind mittlerweile abgelaufen und beschränken entsprechend die risikofrei-kaufbaren Ölmengen.

Was spricht aktuell für sinkende Preise?
– Fragile Waffenruhen im Nahen Osten
Während die Spannungen im Nahen Osten weiter anhalten, gelten prinzipiell noch immer Waffenruhen zwischen Libanon und Israel sowie zwischen den USA und dem Iran. Besonders letztere soll aktuellen Plänen zufolge jedoch Mittwochnacht auslaufen.

– Ölkartell-Untergruppe OPEC+ beschließt Förderanhebung um 206.000 B/T
Aufgrund der Exporteinbrüche aus dem Nahen Osten will die OPEC+, eine Gruppe ölproduzierender Länder außerhalb der USA, ihre Produktionen ab Mai um insgesamt 206.000 Barrel pro Tag anheben. Letztlich sind diese Produktionsanstiege jedoch nur ein Tropfen inmitten der blockierten Exportmengen von weit mehr als 10 Millionen Barrel pro Tag.

Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 20.04.2026