ADAC: Beide Kraftstoffsorten teurer als vor einer Woche – Anstieg um jeweils 1,3 Cent je Liter

November 3, 2023

Nachdem sich in den vergangenen Wochen immer wieder neue Spannungen im Nahen Osten, aber auch Annäherungen zwischen den USA und dem Iran gemeldet wurden, war es am Wochenende endlich so weit. Beide Seiten meldeten ein gemeinsames, vorläufiges Friedensabkommen, welches offiziell am Freitag in der Schweiz unterzeichnet werden soll. Die Erdölpreise sanken in direkter Folge auf ein 2-Monats-Tief, auch Heizöl und andere Ölprodukte wurden in den letzten Tagen deutlich günstiger.

Kurzfristige Heizölpreisentwicklung
Die geopolitischen Entwicklungen der vergangenen Woche brachten deutliche Preisrückgänge bei Heizöl. So sorgte die endgültige Bestätigung eines vorläufigen Friedensabkommens durch beide Seiten für einen kleinen Preisrutsch am Wochenende. In direkter Folge kostet Heizöl in der Bundesrepublik derzeit -2,88 Euro pro 100 Liter weniger als vergangenen Freitag. Mit Blick auf vor einer Woche, als sich die Anzeichen auf Annäherungen der beiden Länder verdichteten, zahlen Abnehmer heute -12,92 Euro weniger als vor einer Woche, und -16,95 Euro weniger als Mitte Mai.

Langfristige Preisentwicklung
Verglichen mit der frühen Iran-USA-Konfliktzeit vor drei Monaten können Käufer von Heizöl aktuell mit Abschlägen von -25,69 Euro pro 100 Liter rechnen, entsprechend einem Preisrückgang von -18,3 Prozent. Blickt man weiter zurück zur Zeit vor den Auseinandersetzungen im Nahen Osten ist jedoch klar, dass die Preise weiterhin erhöht und angespannt bleiben. Entsprechend sind die aktuellen Heizölpreise +22,81 Euro teurer als Mitte Juni 2025, und +16,20 Euro höher als noch Mitte 2024.

 

 

Was spricht aktuell für steigende Preise?

– Russische Ölproduktion nach ukrainischen Angriffen eingeschränkt
Die Ukraine hält weiterhin ihre Angriffe gegen die russische Ölindustrie aufrecht. Nachdem die Situation die längste Zeit heruntergespielt wurde bestätigen mittlerweile auch russische Politiker, dass Ölproduktion und Rohölverarbeitung in diesem Jahr bisher deutlich gefallen sind.

Ölreserven schwinden in Rekordtempo
Recherchen und Analysten von Goldman Sachs zufolge sanken die weltweiten Rohölvorräte in den letzten Monaten drastisch. Der Mangel an Öl könnte in manchen Ländern und Regionen Versorgungsengpässe und deutliche Preisanstiege für Ölprodukte mit sich bringen.

Was spricht aktuell für sinkenden Preise?

– USA und Iran einigen sich auf vorläufiges Abkommen
Die USA und der Iran bestätigten, dass ein vorläufiges Friedensabkommen entschieden wurde. Es soll am Freitag in der Schweiz unterzeichnet werden und, unter anderem, eine Öffnung der Ölexporte aus dem Nahen Osten durch die Straße von Hormus mit sich bringen.

– US-Energieministerium bietet weiterhin Rohöl aus staatlichen Reserven an
Das US-Energieministerium DOE bestätigte vergangene Woche die Freigabe von 40 Mio. Barrel Rohöl an US-Unternehmen. Die Freigaben könnten die Nachfrage am offenen Markt teilweise reduzieren und Ölpreisanstiege anteilig abfedern.

Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Stand der Preise 15.06.2026