Nachfragesorgen überlagern Spannungen im Nahen Osten – Heizölpreise kaum verändert

November 3, 2023

Nachdem die Ölbörsen sich gestern erst noch von der Meldung neuer US-Sanktionen gegen den Iran erholten, kam es am Abend zu einer kleinen Überraschung, als die Presseagentur des Oman im Nahen Osten meldete, dass es „konstruktive Gespräche“ mit dem Iran gegeben habe. Es sieht so aus, als hätte man eine Art Rahmenplan zur vorläufigen, gemeinsamen Führung der Straße von Hormus zwischen dem Oman und Iran geplant. Mit der Meldung setzte sich der Abwärtskurs bei den Ölbörsen in der Nacht zum Mittwoch erneut fort.

Oman meldet Erfolge zu möglichem Hormus-Rahmenplan mit Iran
Nachdem es in den letzten Wochen verhältnismäßig still zu den Gesprächen zwischen dem Iran und Oman wurde, gab es gestern überraschend neue Meldungen. In einer gemeinsamen Erklärung zum Treffen der Außenminister des Iran und Oman wurde mitgeteilt, dass ein stufenweisen Rahmenplan in Arbeit ist, der eine „praktische und umsetzbare Grundlage für das weitere Vorgehen“ der Zusammenarbeit beider Länder in der Erhaltung der Durchfahrt der Straße von Hormus bringen soll.

Zentraler Punkt an dem Vorhaben ist ein gemeinsamer, vorläufiger Schifffahrtskorridor in der Meerenge sowie ein gemeinsames Projekt zur Minenräumung in der Seestraße. Aktuell ist die Meerenge in zwei getrennte Schifffahrtskorridore aufgeteilt, einer an der iranischen Küste der streng vom nahen Land kontrolliert wird, und einer auf der gegenüberliegenden Seite, der durch die USA und den Oman geführt und als allgemein offen anerkannt wird. Der Iran griff jedoch immer wieder Schiffe auf diesem entfernten Korridor an, da er gegen die einseitig bestimmten Hormus-Pläne der iranischen Regierung verstößt.

Endgültig sind die aktuellen Pläne noch nicht, und auch die genauen Details, und insbesondere ob die USA ihnen zustimmt, bleiben aktuell noch unbekannt. Weitere technische Verhandlungen zwischen den beiden Nahost-Ländern sollen zeitnah folgen, bei denen auch ein dauerhafter Plan zu einem gemeinsamen Schifffahrtskorridor bestimmt werden soll. An den Märkten sorgte die Info für Hoffnung, dass die Kriegshandlungen im Nahen Osten bald zum Erliegen kommen könnten, was die Preise für Öl und dessen Produkte am Dienstagabend nochmal spürbar sinken lies.

Heizöl mit deutlichen Abschlägen
Während die Rohölkontrakte sich gestern im allgemeinen Tagesverlauf schon etwas entspannten, sorgte die Meldung aus dem Oman in der Nacht zum Mittwoch für einen weiteren, deutlicheren Preisrutsch bei den Ölprodukten. Damit dürfen sich die Heizölabnehmer in der Bundesrepublik aktuell über erwartete Preisabschläge in Höhe von -6,20 bis -7,20 Euro pro 100 Liter gegenüber Dienstagvormittag freuen. Diese Zahlen sind jedoch nur Richtwerte und können sich aufgrund börsentechnischer und geopolitischer Entwicklungen jederzeit ändern.