Überraschende Zunahme der US-Ölvorräte lässt Ölpreis sinken – Heizöl kaum verändert

November 3, 2023

Nach einigem Hin und Her haben die Delegationen der USA und des Iran am Wochenende im schweizerischen Bürgenstock nun doch mit der zweiten Phase der Verhandlungen begonnen, in der man sich über die Details für ein endgültiges Abkommen einig werden will. Am gestrigen Montag setzten die USA nun Sanktionen aus, die den iranischen Ölhandel beschränkten. An den Ölbörsen ließ dies die Preise von Brent und WTI sinken.

 

US-Sanktionen gegen iranischen Ölhandel pausieren bis 21. August
Das Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministeriums veröffentlichte am gestrigen Montag eine allgemeine Genehmigung für „Transaktionen, die im normalen Geschäftsverlauf anfallen und für die Produktion, den Verkauf, die Lieferung oder das Entladen von Rohöl, petrochemischen Erzeugnissen oder Erdölerzeugnissen iranischen Ursprungs erforderlich sind“.

 

Die Ausnahmegenehmigung soll bis zum 21. August 2026 um 00:01 Uhr (EDT) gelten und damit in etwa für die 60 Tagen, die sich Washington und Teheran in der Absichtserklärung für die zweite Verhandlungsphase gegeben haben. Sie schließt außerdem auch Schiffe mit ein, die in anderen US-Programmen  – unter anderem in Bezug auf den Iran, Russland, die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen und die Terrorismusfinanzierung – Sanktionen unterliegen.

 


Iran-Verhandlungen starten „konstruktiv“
Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran vom Wochenende sollen laut den Vermittlerstaaten Pakistan und Katar konstruktiv verlaufen sein. Demnach einigten sich die beiden Parteien auf einen Fahrplan für ein Abkommen. Zur Klärung der offenen Punkte sollen nun Arbeitsgruppen gebildet werden.

 

Außerdem richten Pakistan und Katar einen Krisenstab mit dem Libanon ein. Dort herrscht mittlerweile eine Waffenruhe zwischen der Hisbollah-Miliz und den israelischen Streitkräften, die jedoch als sehr fragil gilt. In der Absichtserklärung hatten sich die USA dazu verpflichtet, für eine Waffenruhe an allen Fronten – also auch im Libanon – zu sorgen. Der Iran hatte diese umfassende Waffenruhe zu einer der wichtigsten Bedingungen für ein Rahmenabkommen gemacht.

 

Heizölpreise günstiger erwartet
Die Pause bei den US-Sanktionen gegen den iranischen Ölsektor sowie die angeblich konstruktiven Verhandlungen vom Wochenende führten am gestrigen Montag dazu, dass die Kontrakte an ICE und NYMEX wieder sanken. Das spiegelt sich auch in den Inlandspreisen wider. Verbraucherinnen und Verbraucher im Bundesgebiet dürfen daher bei Heizöl aktuell mit Abschlägen von –1,20 bis -1,80 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu Montagvormittag rechnen.